Wie ich zum Radio selber bauen kam

Schon als Steppke war ich von einem speziellen Radio begeistert.
Mein Vater hatte gemeinsam mit seinem Onkel schon Jahre zuvor ein Radio selber bauen wollen und mit einem Bausatz der Marke Ingelen war ihnen das auch gelungen.

Wir besaßen noch keinen Fernseher und deshalb war Radio Hören sowieso interessant. Aber dieses Radio hatte als Besonderheit auf der Frontseite über den Abstimmknöpfen eine runde Europakarte und je nach dem, welcher Sender eingestellt wurde, leuchteten auf der Karte am Ort des eingestellten Senders verschieden farbige Lichtpunkte auf.
Was ich damals noch nicht wusste: Mit der Abstimmung bewegte sich im Gerät eine Lampe über die Enden vieler gebogener Glasstäbe hinweg, die als Lichtleiter bei passender Stellung das Licht zum entsprechenden Kartenpunkt brachten.

Eines Tages kramte ich neugierig in den Schubläden des Flurschrankes herum. In der hintersten Ecke entdeckte ich zwei große Bücher mit seltsamen Symbolen und umfangreichen Beschreibungen. Es waren die Lehrbücher meines Vaters, der den Beruf eines Radioinstandsetzers – heute würde man Rundfunkmechaniker sagen – erlernt hatte.

Die Beschreibungen der Radiobauelemente und Radioschaltungen zogen mich so in ihren Bann, dass ich es kaum erwarten konnte, ein Radio selber bauen zu können. Doch bis dahin sollte noch einige Zeit vergehen.