Empfangsversuche mit Germaniumdioden

 

Vorab:

Wie schon in "Radio selber bauen mit Transistoren" bemerkt, wurde der Betrieb aller stärkeren deutschsprachigen Sender im Lang- und Mittelwellenbereich eingestellt.

Wenn überhaupt, werden sich hier deshalb höchstens noch fremdsprachige Sender des Langwellenbereiches auswirken.

 


 

Ende der 1950er Jahre kamen die ersten Germanium-Dioden, wie die OA625, Germanium-Transistoren der OC8xx-Baureihe und das erste Transistor-Taschenradio „Sternchen“ auf den Markt.
Mit den Transistoren und Dioden gab es für das „Radio selber bauen“ natürlich wesentlich bessere und einfachere Voraussetzungen.

Als Stromverorgung reichten billige Flachbatterien aus, weshalb auch die Gefahr durch die in Röhrenschaltungen üblichen hohen Spannungen entfiel. Die geringe Größe der Bauelemente ermöglichte es, die kompletten Schaltungen in kleinen aus dünnen Pertinaxplatten zusammen geschraubten Gehäusen unterzubringen.
Nun konnte ich meine Basteleien völlig selbständig durchführen und mit entsprechenden Anleitungen, damals hauptsächlich aus der Broschürenreihe „Der praktische Funkamateur“, gab es auch bald Erfolgserlebnisse. Anfangs waren die Transistoren noch ziemlich teuer und überstiegen meine finanziellen Möglichkeiten. Aber etwas später gab es dann sogenannte Basteltypen der Transistoren, die die Kennwertbereiche der Datenblätter nicht einhielten aber für viele Basteleien und erste Erfahrungen völlig genügten. Für diese Transistoren reichte auch mein Taschengeld.
Um brauchbaren Empfang zu erhalten, spannte ich von meinem Fenster in den Garten einen langen Draht als Antenne (Ohne Blitzschutzvorrichtung sollte das nicht nach gemacht werden!). Ein in den Boden eingeschlagenes Metallrohr, an dem ich ebenfalls einen Draht befestigte, war meine Erde. Von meinem Vater hatte ich mir einen Kopfhörer geliehen. Im Gegensatz zu heute üblichen Kopfhörern/Ohrhöhrern waren die damals noch hochohmig (Impedanz über ein kOhm), was auch eine Voraussetzung meiner ersten Versuche war.

Bei aktuellen Hörern müsste man zur Anpassung einen entsprechenden Übertrager vorschalten. Wie ich gelesen habe, soll es auch möglich sein, dafür den Netztrafo eines evtl. vorhandenen defekten oder nicht mehr benötigten Steckernetzteiles zu verwenden. Der niederohmige Kopfhörer kommt dann an die Niederspannungsseite. Ich vermute aber, dass die Übertragungsverluste die Lautstärke deutlich mindern.

Auf die Bananenstecker des Kopfhörers steckte ich Krokodilklemmen. Die beiden Krokodilklemmen überbrückte ich mit einer Germaniumdiode.
An die eine Seite der Diode klemmte dann noch die Erdleitung, an die andere Seite die Antenne. Und siehe da, wenn es im Raum ganz still war, hörte ich im Kopfhörer leise Musik. Die stammte von einem etwas stärkeren Sender, der sich mit leiseren Sendern im Hintergrung mischte. Ich hörte alle Sender gleichzeitig, weil ja keine spezielle Frequenz heraus gefiltert wurde aber nur sehr leise.